Schweiz
Gesellschaft & Politik

Kanton Basel-Stadt: Stimmberechtigte sind keine Mehrheit mehr

Ein Dorfbewohner stimmt an der Urne ab, am Sonntag, 12. Februar 2017, in Obersaxen Meierhof. Die Stimmbuerger des Kantons Graubuenden stimmen ueber eine moegliche Kandidatur fuer die Olympischen Winte ...
In Basel sind immer weniger Menschen stimmberechtigt.Bild: KEYSTONE

Basel-Stadt ist der erste Kanton, in dem Stimmberechtigte keine Mehrheit mehr sind

10.06.2026, 10:0710.06.2026, 10:07

Basel-Stadt ist der erste Schweizer Kanton, in dem Stimm- und Wahlberechtigte in der Minderheit sind. Von den insgesamt 211'000 Menschen in der Stadt Basel sind 50,3 Prozent nicht wahlberechtigt, da sie keine Schweizer Staatsbürgerschaft haben, unter 18 Jahre alt sind, eine Beistandschaft haben oder Wochenaufenthalter sind. Das berichtet das SRF.

Zwar ist der Ausländeranteil im Kanton Genf mit 42 Prozent höher als in Basel mit 39 Prozent, allerdings dürfen dort rund 35'000 Auslandschweizerinnen und -schweizer abstimmen. Damit ist eine Mehrheit der Genfer Bevölkerung stimmberechtigt.

Wenn immer mehr Menschen von der Demokratie ausgeschlossen würden, widerspreche «das dem Ziel, das staatliche Handeln möglichst breit abzustützen, um Akzeptanz zu verschaffen», erklärt die Politologin Eva Gschwind gegenüber dem SRF. Regierung und Parlament hätten dann nicht mehr die nötige Orientierung, was die Bevölkerung eigentlich wolle. Dadurch würden sie immer stärker in einen «Blindflug» geraten.

Diese Lösungsansätze gibt es

Basel-Stadt könnte einen landesweiten Trend prognostizieren, da die gesamte Schweiz nur noch durch Zuwanderung wachse, sagt Gschwind gegenüber dem SRF. Dadurch stelle sich die Frage im ganzen Land, wie man mehr Menschen zur politischen Teilhabe bekomme.

Im Kanton Basel könnte eine Senkung des kantonalen Stimmrechtsalters von 18 auf 16 Jahre Teil der Lösung sein. Dadurch wären rund 3000 Menschen zusätzlich stimmberechtigt. Der Vorschlag zur Senkung auf 16 Jahre wurde zwar 2009 abgelehnt, doch im Herbst 2025 hat die Kantonsregierung einen neuen Vorschlag präsentiert.

Auch ein kantonales Stimmrecht für Ausländerinnen und Ausländer wie in Jura und Neuenburg könnte diskutiert werden. Anläufe dazu scheiterten bisher jedoch nicht nur in Basel-Stadt, sondern auch in anderen Kantonen wie Waadt und Appenzell Ausserrhoden.

Ein weiterer Ansatz liegt darin, Einbürgerungen zu erleichtern. So hat Basel die Gebühren bereits stark gesenkt.

Gschwind betont gegenüber dem SRF, dass eine tiefe Stimmbeteiligung kein Argument gegen erweiterte Stimmrechte sei. «Es ist ein grosser Unterschied, ob man nicht abstimmen darf oder nicht abstimmen will», sagt sie. (hkl)

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165 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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Nita20
10.06.2026 10:35registriert Dezember 2024
Ich persönlich sehe keinen Handlungsbedarf. Wer es wirklich interessiert am politischen Geschehen teilzunehmen, sollte sich einbürgern lassen. Ich finde es nach wie vor Zielführender, wenn Menschen entscheiden was passieren soll, welche an unser Land ein bisschen gebunden sind, und nicht nach ein paar Jahren wieder zurück oder in ein anderes Land gehen.
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Die Systemimmanenz
10.06.2026 11:23registriert April 2023
Ausländerstimmrecht kann keine Option sein. In keinem Verein dieser Welt kann Jemand mitbestimmen, der nicht Mitglied ist. Und wer Interesse hat, kann sich einbürgern lassen. Mit Status "Gast" ist man genau das, ein Gast, der sich - egal wie lange - vor Ort aufhält und fertig ist die Geschichte.
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P. Etter
10.06.2026 11:01registriert Dezember 2021
Wer an der Demokratie teilnehmen will, soll sich einbürgern lassen. Ganz einfach.
Der Zuwanderung unser wertvolles System noch auf dem Silbertablett anbieten, ist Irrsinn.
Und U18 wählen lassen auch, da die Konsequenzen noch weniger beachtet werden, als anhin schon.
Es zeigt aber genau das Problem auf, dass die Politik von links bis rechts konsequent ignoriert.
Was Volk und Wirtschaft braucht und nicht, was die Mehrheit der Nutzniesser braucht.
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Haltet durch, der Sommer kommt pünktlich auf die WM zurück
Abwechslung soll ja bekanntlich das halbe Leben sein und gerade in Bezug auf den angekündeten trockenen Sommer sollten wir vereinzelte Niederschlagsphasen eher begrüssen, anstatt darüber zu jammern. Dennoch, sinken die Temperaturen und fallen die Tropfen vom Himmel, beschäftigt uns meist nur eine Frage: Wann wird's wieder sommerlich warm?
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